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18.05.2026
10:30 Uhr
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Deutschland versucht, digitale Souveränität bei Staatsaufträgen mitzudenken. In einem aktuellen Fall wehrt sich Google per Beschwerde und womöglich vor Gericht.

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat den Kanzlerauftrag: Der Staat muss digitaler werden, und zwar flott – und dabei auch noch souveräner. Das ist ein schwieriger Spagat, wie ein aktuelles Vergabeverfahren von Wildbergers Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) zeigt. Eine KI-Plattform soll entstehen, das Auftragsvolumen beträgt 249,6 Millionen Euro, auf mehrere Aufträge verteilt. Den Zuschlag sollten SAP und die Deutsche Telekom erhalten, weitere deutsche Unternehmen wie die IT-Dienstleister SVA aus Wiesbaden und Schwarz Digits aus Neckarsulm Teilaufträge ausführen.
Doch Ende April zog ein unterlegenes Bieterkonsortium aus dem deutschen IT-Dienstleister Adesso und dem US-Konzern Google vor die Vergabekammer des Bundes. Die erste Konsequenz: mindestens fünf Wochen Verzögerung bis zur Entscheidung der Kammer. Und die ist nur die erste Instanz – anschließend könnte der Gerichtsweg folgen. Dabei wollte der Digitalminister die Plattform für KI-Anwendungen schnell auf den Weg bringen, die ersten KI-Anwendungen des Bundes sollten sofort laufen.
Offiziell geht es bei der Beschwerde nur um Formfehler. „Die Beschwerde unseres Cloud-Partners Adesso […] ist berechtigt und branchenüblich“, sagte ein Google-Sprecher. Es gehe um einen Verfahrensfehler. „Diese Formalie in einen geopolitischen Kontext zu stellen, geht an der Realität vorbei.“ Adesso selbst äußert sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht. Das gemeinsame Gebot ist typisch: Seit der ersten Trump-Administration treten US-Hyperscaler meist als größerer Partner von EU-Unternehmen auf.